Bis zur Eingliederung des linken Rheinufers in das Französische Kaiserreich und der Errichtung einer zentralen Verwaltung in Aachen am 14.11.1794, regierten auf dem Gebiet der heutigen Stadt Kerpen drei verschiedene Landesherren. Kerpen, Mödrath und Langenich bildeten eine dem Kaiser direkt unterstellte Reichsgrafschaft. Horrem, Sindorf, Buir, Manheim und Türnich gehörten zum Herzogtum Jülich-Berg. Blatzheim und Brüggen waren ein Teil des Kurfürstentums Köln. Das Ende der territorialen Zersplitterung des Rheinlands brachte die Aufhebung der Grenzen auf heutigem Stadtgebiet. Der neugeschaffene Kanton Kerpen war bis auf wenige Ausnahmen identisch mit dem heutigen Stadtgebiet. Vorrechte von Adel und Klerus wurden abgeschafft, das Kerpener Stift im Jahr 1802 aufgelöst und das Gerichtswesen reformiert. Französisch wurde zur Amtssprache, Straßen wurden umbenannt, Akten und Standesregister in französischer Sprache geführt.

Obwohl die Grenzen der heute zu Kerpen gehörenden Orte weitgehend bestehen blieben, wechselten zwischen 1800 und 1974 die Bezeichnungen der Verwaltungseinheiten mehrfach. Bereits im Oktober 1800 wurde aus den Kommunen Kerpen, Langenich und Mödrath die Mairie Kerpen gebildet. Der ehemalige Präsident der Kantonsverwaltung J. Scheben übernahm das Amt des Maires.

Nach den antinapoleonischen Befreiungskriegen ordnete der Wiener Kongress das Rheinland und Kerpen dem straff regierten Königreich Preußen zu. Auf heutigem Kerpener Stadtgebiet entstanden fünf Bürgermeistereien in Blatzheim, Buir, Kerpen, Sindorf - später Horrem - und Türnich. Der Notar H.J. Herresdorf war der erste preußische Bürgermeister. Aus den französischen Kantonen Kerpen und Bergheim entstand 1816 der Kreis Bergheim. Bis auf wenige Ausnahmen (aus den Bürgermeistereien wurden 1928 Ämter und teilweise amtsfreie Gemeinden) überstand die Verwaltungsgliederung die nächsten 159 Jahre. Die Bürgermeister verwalteten in Personalunion oft gleichzeitig mehrere Bürgermeistereien.

Mödrath spaltete sich im Jahr1838, obwohl bis 1974 von Kerpen aus verwaltet, als eine selbstständige politische Gemeinde von Kerpen (mit Langenich) ab. Im Zuge des Braunkohlenabbaus wurde Mödrath zwischen 1957 und 1962 in den Kerpener Norden umgesiedelt.<lb/>Aufgrund einer Initiative des Bürgermeisters H. Greiffenberg verlieh der Kölner Regierungspräsident der Gemeinde Kerpen am 19.11.1941 Stadtrechte.