Das Stadtarchiv Kerpen bemüht sich um den Aufbau einer Sammlung über den großen Sohn der Stadt, Adolph Kolping. Der Grundstein dieser Sammlung ist gelegt, es befinden sich bereits viele interessante Dokumente über Kolping und sein Werk im Stadtarchiv.

Die wertvollsten Stücke dieser bisher noch kleinen Sammlung sind vier Original-Kolping-Kalender von 1860, 1861, 1864 und 1865 (Nr. 1-2, 5-6). Adolph Kolping hatte von 1854 bis 1865 - der letzte Kalender erschien erst nach seinem Tod - die sogenannte "Kalender für das katholische Volk" herausgegeben. die Kalender enthalten auf durchschnittlich etwa 150-160 Seiten jeweils neben dem eigentlichen Kalender Kurzgeschichten, Gedichte, Anekdoten, eine "Genealogie der regierenden hohen Häuser Europas", ein Verzeichnis aller im Königreich Preußen stattfindenden Messen und Märkte - für Kerpen wird an dieser Stelle der März- und Oktober-Markt verzeichnet - und andere Informationen. die Exemplare des Stadtarchivs sind als besonders selten zu bezeichnen, da Kolping alle mit einer eigenhändigen Widmung versehen hat. Neben den Original-Kolping-kalendern umfasst die sammlung auch Exemplare des seit 1925 erscheinenden "Kolping-Kalenders", der vom Generalsekretariat des Verbandes herausgegeben wurde (1925-1929, 1931-1933, 1935-1939, Nr. 7-19).

Die 1865 gedruckte Fassung der Trauerrede beim Begräbnis des Gesellenvaters, die Dr. Christian Hermann Vosen am 7.12.1865 in der Minoritenkirche in Köln hielt (Nr. 20), befindet sich genauso im Bestand wie eine "Festschrift zur Erinnerung an die Enthüllung des Kolping-Denkmals" in Köln am 12.07.1903 (Nr. 21) oder die Festschrift zum Kolpinggedenktag 1938 in Köln "125 Jahre Adolf Kolping" (Nr. 22).

Interessant sind sicher auch die Ansichtskarten der Kolpingsammlung aus der Zeit von ca. 1900 bis 1950 (Nr. 30-50 und 101-138) oder ein Mitgliedsausweis eines Kolping-Wandergesellen (1930-1935; Nr. 75), der unter anderem einen Nachweis über eine Wallfahrt des Gesellen zum Kolping-Grab enthält. Außerdem besitzt das Stadtarchiv mehrere gebundene Jahrgänge des "Kolpingblattes" aus der Zeit von 1903 bis 1932.